In der Wanderhauptstadt Argentiniens – El Chalten

Dienstag, 13. Januar 2026

Heute stand lediglich die Reise nach El Chaltén an. Wir ließen es daher ruhig angehen, schliefen bis 9 Uhr und frühstückten gemütlich, bevor wir unser Zimmer räumten. Um die Zeit bis zur Abfahrt zu überbrücken, hielten wir uns im Hostel auf, wobei Alina noch einmal kurz einkaufen ging – unter anderem deckten wir uns mit Nudeln und Tomatensauce ein, da die Preise in El Chaltén deutlich höher sind. Gegen 15:30 Uhr machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Busterminal. Obwohl wir vor dem Anstieg mit dem schweren Gepäck Respekt hatten, war der Weg deutlich einfacher als befürchtet. Unser Bus startete pünktlich um 16:30 Uhr. Wir hatten uns bewusst für die vorderen Plätze im Oberdeck entschieden, um die Aussicht zu genießen, doch leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Den eigentlich spektakulären Blick auf die patagonischen Anden mit dem Cerro Torre und dem Fitz Roy blieb uns verwehrt. Dennoch boten uns die dunklen Wolkenberge und der Regen eine beeindruckende, dramatische Kulisse. Als wir gegen 19:45 Uhr in El Chaltén ankamen, regnete es leicht. Wir bezogen unser Zimmer im „Don Galle“, einem Hostel im Cabana-Stil, bei dem die Zimmer hufeisenförmig um einen zentralen Hof mit Gemeinschaftsküche und Bädern angeordnet sind – sehr gemütlich, auch wenn der Weg über den Hof bei Regen etwas ungemütlich ist. Nachdem wir uns kurz ausgeruht hatten, erkundeten wir gegen 21 Uhr das Dorf. Es ist wirklich bezaubernd, auch wenn man deutlich merkt, wie der Tourismus boomt und immer mehr Unterkünfte aus dem Boden gestampft werden.

Mittwoch, 14. Januar 2026

Da für den gesamten Vormittag schlechtes Wetter vorhergesagt war, nutzten wir die Gelegenheit, um endlich einmal auszuschlafen, ohne von Zimmernachbarn geweckt zu werden. Gegen Mittag standen wir auf, frühstückten und beobachteten die Wetterlage. Da der Regen nachließ und der Wetterbericht ab dem Nachmittag stabilere Bedingungen versprach, entschieden wir uns trotz der fortgeschrittenen Zeit für eine Wanderung. Da wir Schwierigkeiten hatten, die Nationalpark-Tickets online zu buchen, steuerten wir zunächst die Touristeninformation am Ortseingang an. Dort ließen wir uns beraten und kauften mit Unterstützung die Tickets – ein kleiner Tipp: Online zahlt man für drei Tage den Preis von zwei, was uns pro Person 90.000 ARS kostete. Wir entschieden uns für den Trek zur Laguna Cerro Torre. Es fühlte sich zwar etwas ungewöhnlich an, eine Tageswanderung erst am Nachmittag zu starten, aber dank der derzeit sehr langen Tage war das kein Problem. Kurz nach 14 Uhr ging es los. Die ersten Meter waren fordernd, da ein steiler Anstieg bei Wind und Regen zu bewältigen war. Nach etwa einer Stunde besserte sich jedoch das Wetter und damit auch unsere Laune. Obwohl die Berge wolkenverhangen blieben, war die Wanderung durch die abwechslungsreiche Natur – von steinigen Wegen über Wald und Steppe bis hin zu dichtem Gebüsch – absolut lohnenswert. Nach drei Stunden erreichten wir die Lagune. Zwar setzte kurz darauf wieder Regen ein, doch die Sonne kämpfte sich immer wieder durch und ermöglichte uns ein paar wunderschöne Eindrücke. Nach einer 45-minütigen Pause traten wir den Rückweg an, um noch bei Tageslicht zurück zu sein. Auf dem Rückweg hatten wir dann sogar Glück: Der Himmel riss auf und wir bekamen einen fantastischen Blick auf den Fitz Roy. Zurück im Hostel gab es die mittlerweile obligatorischen Nudeln mit Tomatensauce (Pasta-Counter: 4) und Rührei, bevor wir gegen Mitternacht erschöpft ins Bett fielen.

Donnerstag, 15. Januar 2026

Da für heute bis zum späten Nachmittag bestes Wetter angesagt war, klingelte der Wecker bereits kurz vor 6 Uhr. Nach einer sehr kurzen Nacht machten wir uns auf den Weg zur Laguna de los Tres am Fitz Roy. Ähnlich wie gestern begann die Wanderung mit einem steilen Anstieg, der uns nach 2–3 Kilometern mit einem ersten, atemberaubenden Blick auf den nun strahlend blau umrahmten Fitz Roy belohnte. Die folgenden 6 Kilometer verliefen deutlich entspannter und flacher durch wechselnde Landschaften, bis wir nach 9 Kilometern das Basislager erreichten. Was folgte, war der härteste Teil: Der letzte Kilometer hatte es in sich. Auf 400 Höhenmetern mussten wir uns in Serpentinen über steiles Geröll nach oben kämpfen. Nach einer guten Stunde und insgesamt über vier Stunden Wanderzeit erreichten wir schließlich unser Ziel. Oben angekommen, stärkten wir uns an einem windgeschützten Platz. Außergewöhnlich war die Tierwelt: Ein Adler und ein Wüstenfuchs kamen so nah heran, dass wir sie fotografieren konnten – auch wenn es traurig stimmte zu sehen, wie sehr sie durch Essensreste bereits ihre natürliche Scheu verloren hatten. Der Ausblick auf das türkisblaue Wasser vor dem massiven Fitz Roy war einfach überwältigend. Wir erkundeten zudem einen angrenzenden Hügel, von dem aus wir einen zweiten See mit Wasserfällen entdeckten – ein echter Geheimtipp. Nach zwei Stunden am Gipfel traten wir den Rückweg an. Der Wind wurde stärker und kälter, und der Abstieg forderte vor allem unsere Knie, nicht zuletzt, weil der Weg stark besucht war und wir oft warten mussten. Völlig ausgezehrt rettete uns zwischendurch ein kleiner See, an dem Alina ihre Füße im kalten Wasser abkühlen konnte. Zurück in El Chaltén gönnten wir uns zur Belohnung Waffeln mit Dulce de Leche und eine heiße Schokolade. Völlig erschöpft fielen wir ins Bett, wachten aber um Mitternacht hungrig wieder auf, um unsere Nudeln mit Tomatensauce (Pasta-Counter: 5) und Rührei zu essen. Den nächsten Tag planten wir fest als Erholungstag ein, da schlechtes Wetter angesagt war.

Freitag, 16. Januar 2026

Erst gegen 12 Uhr wachten wir auf – unsere Körper brauchten diese Erholung dringend. Nach dem Frühstück und dem letzten Rührei klarte der Himmel auf, und wir beschlossen, noch eine kleine Wanderung zum Wasserfall „Chorrillo del Salto“ zu unternehmen. Vorher erledigten wir noch das Organisatorische: Am Busterminal kauften wir die Tickets für die morgige Weiterreise nach El Calafate mit Marga Taqsa. Durch Barzahlung sparten wir sogar etwas Geld (45.000 statt 50.000 ARS pro Person). Der Bus fährt morgen um 11:15 Uhr, was perfekt nach unserem Check-out um 10 Uhr passt. Die Wanderung zum Wasserfall war herrlich entspannt: Ein flacher, 3 Kilometer langer Weg entlang des Flussbetts. Nach 45 Minuten erreichten wir den 20 Meter hohen Wasserfall. Für die besten Fotos stiegen wir barfuß in das eiskalte Wasser, was zudem eine wunderbare Erfrischung für unsere müden Füße war. Nach einer halben Stunde am Wasserfall kehrten wir zum Hostel zurück, packten unsere Rucksäcke und kochten unsere letzte Portion Nudeln mit Tomatensauce (Pasta-Counter: 6) – diesmal verfeinert mit dem restlichen Gouda. Den Abend ließen wir entspannt ausklingen, indem wir unsere Fotos und Videos der letzten Tage sortierten, bevor wir gegen Mitternacht zufrieden die Augen schlossen.

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