Tauchen, Tour und Kultur – Rapa Nui Teil 2

Mittwoch, 04. Februar 2026

Den heutigen Tag lassen wir ganz entspannt angehen und schalten einen Gang zurück. Nach einem späten Frühstück spazieren wir zum etwas günstigeren Supermarkt an der Hauptstraße in Hanga Roa, um unsere Vorräte aufzustocken. Zurück in der Unterkunft kochen wir uns ein stärkendes Mittagessen, denn am Nachmittag wartet ein echtes Abenteuer auf uns.
Um 15:00 Uhr finden wir uns beim Tortuga Divecenter am Hafen ein. Dort lernen wir unsere Guide Valeria kennen und stellen fest, dass wir echtes Glück haben: Da wir die einzigen lizenzierten Taucher in der Gruppe sind, genießen wir einen privaten Tauchgang, während die anderen Teilnehmer lediglich einen Schnuppertauchgang absolvieren. Beim Briefing horchen wir auf, als Valeria von einem „Kamin“ berichtet – einem vertikalen Felstunnel unter Wasser. Alina ist zunächst skeptisch und lässt sich offen, ob sie hindurchtaucht oder die Formation lieber sicherheitshalber umschwimmt. Am Hafen beladen wir das kleine Boot und schippern hinaus aufs Meer. Die Aufregung steigt, als eine Premiere ansteht: Wir springen zum ersten Mal per „Roll Back“, also mit einer rückwärts Rolle von der Bordwand, ins tiefe Blau.
Kurze Zeit später gleiten wir durch das kristallklare Wasser und sind fasziniert von den bizarren vulkanischen Strukturen am Meeresgrund. Mutig meistern wir beide schließlich auch den „Kamin“. Zwar ist die Fisch- und Korallenwelt hier eher schlicht, doch das Zusammenspiel von weißem und schwarzem Vulkansand erzeugt zusammen mit dem dunklen Gestein eine fast außerirdische Optik. Da über uns reger Bootsverkehr herrscht, absolvieren wir unseren Sicherheitsstopp an einer mobilen Boje – eine neue Erfahrung für uns. Zurück an Bord klettern wir über eine wackelige Leiter aus dem Wasser, während eine andere Teilnehmerin mit der Seekrankheit kämpft und unfreiwillig „die Fische füttert“. Wir sind froh, dass unsere Mägen den Wellengang gut verkraftet haben.
Nach einer erfrischenden Dusche im Hostel machen wir uns hungrig auf die Suche nach einem Restaurant. Unser ursprünglicher Favorit hinter Hanga Piko hat leider geschlossen, doch wir finden schnell eine Alternative direkt am Wasser. Bei einem traumhaften Sonnenuntergang gönnt sich Alina ihr langersehntes Thunfisch-Ceviche, während Steeven in Panko-Mehl gebackene Garnelen genießt. Das Tapati-Festival verfolgen wir heute entspannt über den Fernseher im Lokal und bewundern die traditionellen Gruppentänze der Jugendlichen Altersklasse. Die gemütliche Stimmung schlägt allerdings schlagartig um, als in der Dämmerung immer mehr riesige Kakerlaken durch die Ritzen der Terrassendielen nach oben krabbeln. Wir zahlen hastig und treten die Flucht zurück in unsere Unterkunft an.

Donnerstag, 05. Februar 2026

Der Tag beginnt wie gewohnt mit einem stärkenden Frühstück aus Salami- und Käsebrötchen, von denen wir uns auch direkt zwei als Proviant für unterwegs einpacken. Pünktlich um 8:40 Uhr brechen wir zu unserer zweiten großen Erkundungstour auf, der „Huru Rahi Tour“, die uns zu weiteren faszinierenden Stätten der Insel führt.
Unsere Route startet bei Ana Te Pahu, einer beeindruckenden Höhle, die früher als Wohnhöhle genutzt wurde und heute für ihre üppige Vegetation im Inneren bekannt ist. Danach besuchen wir Ahu Akivi, die einzige Anlage der Insel, bei der die sieben Moai nicht zum Land, sondern direkt auf den Ozean blicken. Ein weiterer Stopp ist Puna a Pau, der Steinbruch aus rotem Vulkangestein, in dem die riesigen „Pukao“ – die Kopfaufsätze der Statuen – gefertigt wurden. In Vinapu bestaunen wir die präzise Steinmetzkunst der Mauern, die verblüffende Ähnlichkeit mit den Inka-Bauten in Peru aufweisen. Das spektakuläre Finale der Tour bildet der mächtige Vulkankrater Rano Kau mit seinem tiefen Kratersee und die Zeremonienstätte Orongo, die dramatisch auf dem Grat zwischen Kraterwand und den steilen Klippen zum Meer liegt.
Am Abend zieht es uns erneut zum Tapati-Festival, wo wir uns heute durch das lokale Streetfood-Angebot probieren. Während Steevens Fleischspieß leider eher eine Enttäuschung ist, entpuppt sich Alinas „Completo“ – ein chilenischer Hotdog mit reichlich Belag – als absoluter Volltreffer. Auf der Bühne stehen heute Wettbewerbe im Rapa Nui Tango, der klassischen Bananenblatt Kostüme und später noch in Gruppentänzen der Erwachsenen an. Wir bewundern die Darbietungen, wobei die Präsentation der Bananenblatt Kostüme insgesamt etwas langwierig ist. Sobald die Müdigkeit nach diesem langen Tag voller Eindrücke schließlich überhandnimmt, machen wir uns zufrieden auf den Heimweg in unser Bett.

Freitag, 06. Februar 2026

Wir stehen bereits gegen 7:00 Uhr auf, um den Morgen entspannt zu beginnen, bevor unser zweites Unterwasser-Abenteuer startet. Um 9:00 Uhr finden wir uns wieder beim Tauchcenter Buceo Tortuga am Hafen Hanga Piko ein. Wir erhalten unsere Ausrüstung vom letzten Mal und das Briefing für das heutige Highlight: Wir tauchen zu einer Moai-Statue hinab, die in fast 25 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund ruht. Auch heute haben wir wieder das Glück, die einzigen lizenzierten Taucher zu sein, sodass Vale sich voll und ganz auf uns konzentrieren kann.
Mit dem Boot geht es in die gleiche Richtung wie beim ersten Mal. Da wir die Abläufe nun kennen, sitzen die Handgriffe, und wir gleiten zügig ins Wasser. Während Alina heute keine Probleme hat, erwischt Steeven leider eine etwas undichte Maske – ein bisschen lästig, aber es trübt die Stimmung kaum. Es ist ein faszinierendes Gefühl, in der Stille der Tiefe vor der Statue zu schweben; ein wirklich cooler und entspannter Tauchgang. Zurück in der Tauchschule bedanken wir uns herzlich bei Vale für diese besonderen Erlebnisse, loggen unsere Tauchgänge und machen uns auf den Rückweg zum Hotel.
Frisch geduscht widmen wir uns der weiteren Reiseplanung. Auf unserer Terrasse mit direktem Meerblick buchen wir die Unterkünfte für Galapagos, da es in weniger als einer Woche schon dorthin geht. Es fühlt sich fast surreal an, an einem so magischen Ort wie Rapa Nui bereits das nächste Traumziel zu organisieren.
Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg in den Ort, um uns die begehrten Erinnerungsstempel für unsere Reisepässe zu sichern. Doch wir haben Pech: Beide Anlaufstellen haben bereits geschlossen. Auch unser Plan, im Café Tortuga zu essen, scheitert an den Öffnungszeiten – heute scheint der Wurm drin zu sein. Wir lassen uns die Laune aber nicht verderben und ziehen am Abend ein letztes Mal los zum Tapati-Festival, um die besondere Atmosphäre der Insel noch einmal in uns aufzusaugen. Heute stehen unter anderem ein Akkordeon- und Gesangswettbewerb an.

Samstag, 07. Februar 2026

Heute heißt es Abschied nehmen von Rapa Nui. Wir blicken auf eine unglaubliche Zeit zurück – wir haben die Moai, die herzlichen Menschen und den ganz besonderen Vibe dieser Insel wirklich lieben gelernt.
Nach einem kleinen Frühstück ziehen wir ein letztes Mal los nach Hanga Roa. Dieses Mal ist uns das Glück hold: Wir ergattern endlich den ersehnten Stempel für unsere Reisepässe. Auch unser zweiter Versuch im Café Tortuga glückt – wir teilen uns ein köstliches lokales Fischgericht und einen frischen Maracujasaft. Bevor wir uns endgültig auf den Rückweg machen, schauen wir noch kurz beim traditionellen Surfwettbewerb des Tapati-Festivals zu und lassen die Energie der Wellenreiter auf uns wirken.
Pünktlich um 14:00 Uhr steht unser Transfer zum Flughafen bereit. Zum Abschied bekommen wir von unserer Unterkunft sogar noch eine kleine Moai-Halskette als Andenken geschenkt – eine rührende Geste. Am winzigen Flughafen geben wir unser Gepäck auf und beobachten das bunte Treiben, während wir warten, bis das einzige Gate öffnet. Selbst hier am Rollfeld leisten uns die obligatorischen Hühner Gesellschaft, bevor wir gegen 17:00 Uhr unseren Flug zurück nach Santiago antreten.
Erst gegen 1:00 Uhr nachts erreichen wir mit dem Transvip-Shuttle unser neues Hostel. In unserem 8-Bett-Zimmer ist noch niemand zurück, was uns hoffen lässt, dass die Nacht trotz der späten Stunde ruhig bleibt. Leider knurrt uns der Magen: Die Küche ist bereits geschlossen, und da wir nicht einmal heißes Wasser für unsere Instant-Nudeln bekommen konnten, müssen wir hungrig ins Bett fallen.

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