Freitag, 13.02.2026
Wir stehen schon um 5:30 Uhr auf, da wir um 6:15 Uhr loslaufen müssen, um rechtzeitig an der Tauchschule zu sein. Kurz vor 7 Uhr treffen auch die anderen Gruppenmitglieder ein und wir lernen uns erst einmal kennen. Anschließend fahren wir mit einem Pickup-Taxi etwa 40 Minuten nach Norden zum Itabaca-Kanal, unserem heutigen Startpunkt. Dort treffen wir auch zum ersten Mal auf unsere Tauchguides Claudine und Rene. Rene gehörte die Tauchschule, bis er sie letztes Jahr an seinen Sohn übergeben hat und sich nun ganz aufs Tauchen konzentriert – wir können uns deutlich schlimmeres vorstellen.
Mit dem Boot fahren wir rund 30 Minuten bis zum ersten Stopp. Hier müssen zwei Damen aus der Gruppe noch ein paar Übungen als Refresher absolvieren. Das Spannendste dabei: Auf dem Meeresboden liegt ein abgetrennter Haikopf, der von anderen Fischen gefressen wird. Wie wir später erfahren, war wohl früher am Tag ein Orca in der Region und hat sich den Hai höchstwahrscheinlich als Frühstück geholt – Natur pur. Nach weiteren fünf Minuten Fahrt erreichen wir unseren ersten echten Tauchspot „Mosquera North“. Wir sind noch keine fünf Minuten unter Wasser, da sehen wir auch schon unseren allerersten Hai beim Tauchen: einen Hammerhai! Neben diesem Highlight entdecken wir noch unzählige andere Fische, Schildkröten und eine wunderschöne Unterwasserwelt.
Nach einem kurzen Snack an Bord und etwa 40 Minuten Pause erreichen wir unseren zweiten Stopp namens „Daphne“. Es heißt wieder: ab ins Wasser, absinken und genießen. Direkt beim Einstieg befindet sich eine kleine Höhle, in der sich Schwarzspitzen-Riffhaie ausruhen wollen. Allerdings haben ein paar Seelöwen etwas dagegen und „jagen“ die Haie, die daraufhin direkt über unsere Köpfe hinweg flüchten. Es ist absolut spannend, diese Interaktionen vom Höhleneingang aus zu beobachten. Alina hat dabei einen ganz besonderen Logenplatz, da die Haie auf ihrer Flucht haarscharf über ihren Kopf hinwegschwimmen. Wir hätten hier locker den gesamten Tauchgang verbringen können, ziehen aber nach etwa zehn Minuten weiter, als die meisten Haie weg sind und auch die Seelöwen das Interesse verlieren.
An einem kleinen Riff sehen wir super viele bunte und große Fische. Auf dem weiteren Weg schwimmen erneut Hammerhaie an uns vorbei; außerdem entdecken wir Rochen und kleine Mantas. Als wäre das nicht schon genug, haben wir das riesige Glück, dass eine Schildkröte Luft holen will. Sie schwimmt direkt auf Alina zu, bleibt kurz ganz nah bei ihrem Kopf, atmet ein paar Luftblasen ein und verschwindet wieder – quasi ein kleiner Boxenstopp. Das ist einfach magisch. Zu guter Letzt stoßen wir auf einen riesigen, endemischen Fischschwarm mit etlichen tausend Fischen, durch den wir nach Belieben hindurch-, darunter- und darübertauchen können. Das ist mit Abstand unser bisher bester Tauchgang und wird uns für immer in Erinnerung bleiben.
Danach gibt es noch ein kleines Mittagessen auf dem Boot, während wir zum Itabaca-Kanal zurückfahren. Von dort bringt uns das Pickup-Taxi wieder nach Puerto Ayora.
Zurück im Airbnb springen wir nur kurz unter die Dusche und fallen danach sofort ins Bett – denn für 19 Uhr ist schon der nächste Termin an der Tauchschule geplant, um die Bilder und Videos abzuholen. Wir sind pünktlich vor Ort und treffen dort Eoin wieder, der heute seinen 100. Tauchgang gefeiert hat, sowie Mariella. Mit Mariella und ihrem niederländischen Freund Boi gehen wir anschließend noch auf ein Bier in eine Bar. Der Abend artet zwar ein bisschen aus, wird aber super cool und lustig – und auch Eoin stößt zwischenzeitlich noch zu unserer Runde dazu.